Vorgeschichte und Chronik der Entwicklung der Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflußter Skeletterkrankungen bei Kleintieren e. V. (GRSK e. V.), Hohenheimer Kreis

Am 07.04.1995 gründete sich die „Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflußter Skeletterkrankungen bei Kleintieren e. V." als Nachfolge des seit 1979 tätigen „Hohenheimer Kreises".
Die Gründungsmitglieder Prof. Dr. Loeffler als Initiator, Univ. Doz. Dr. Köppel (A), Dres. Oloff, Tellhelm und Witteborg unterschrieben die Satzung.
Die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Bochum erfolgte mit der vorliegenden Satzung am 12.09.1995.
Auf der ersten Mitgliederversammlung am 03.11.1995 wählten die Mitglieder das Präsidium, bestehend aus Prof. Dr. Loeffler sowie den Dres. Oloff und Tellhelm. Das Präsidium wählte Prof. Dr. Loeffler zum 1. Vorsitzenden.

Vorgeschichte:
Gutachterliche röntgenologische Diagnostik von Hüftgelenksdysplasie (HD) bei Hunden.

Vor der Gründung hatte Prof. Dr. Loeffler zum 13.03.1979 eine Dipl. Biologin und 11 Tierärzte zu einem Symposium der zentralen Auswertungsstellen für HD-Aufnahmen eingeladen. Tagungsort war das "INSTITUT FÜR UMWELT- UND TIERHYGIENE SOWIE TIERMEDIZIN MIT TIERKLINIK in der UNIVERSITÄT HOHENHEIM". Das Ziel war die Kontaktaufnahme der verschiedenen Auswertungsstellen und gegenseitige Information über die Auswertungsmaßstäbe.
Eine Grundlage der Diskussion bildete die Untersuchungen von SCHNELLE 1935 zur „Diagnose der Hüftgelenksdysplasie (nachfolgend kurz HD) beim Hund aufgrund von radiologischen Veränderungen". Eine weitere war die erste obligatorische HD-Beurteilung weltweit beim Schweizer Schäferhundeklub 1965. Ebenso wurde berücksichtigt die Untersuchung vom „Einfluss von kontrollierter Fütterung in den ersten 6 Lebensmonaten" von HEDHAMMER 1974. Die Schlussfolgerungen vom „Symposium on Osteoarthrosis and Canine Hip Dysplasia" aus 1978 in Helsinki wurden dabei bedacht.
Die Teilnehmer des Symposiums sollten vorgelegte Röntgenaufnahmen zur Diagnostik der Hüftgelenksdysplasie auswerten. Die „Definition der HD-Grade für Hunde im Alter von 1 bis 2 Jahren aufgrund von Röntgenaufnahmen mit korrekter Lagerung in Position I", (Kleintierpraxis 23, 149-212) wurde zugrunde gelegt.
Die Teilnehmer beschlossen einheitlich, die Auswertungen nach dieser Definition der Wissenschaftlichen Kommission der FCI vorzunehmen. Sie sprachen sich für eine zentrale Archivierung der Röntgenaufnahmen aus. Die bewerteten Aufnahmen müssen vom Auswertenden gekennzeichnet sein. Sie haben außerdem eine Dokumentation zur Vermeidung von doppelten Bewertungen zu erstellen. Die betreuten Rassehundezuchtvereine und deren Vorschriften sind ebenfalls festzuhalten.

Einbeziehung von Rassehundezuchtvereinen, Erweiterung der Thematik auf die Genetik.

Prof. Dr. Loeffler hatte die Tierärzte zum 26.-27.01.1980 in das Institut eingeladen, die gutachterlich für VDH- und FCI-Vereine tätig waren. Er erweiterte den Kreis, indem er Vertreter der betroffenen Rassehundezuchtvereine einlud, um sie über die Tätigkeit dieses Kreises zu informieren. Insgesamt trafen sich 81 Teilnehmer zur 1. „Hohenheimer Kynologischen Tagung". Den Vertretern wurden Grundlagen der Auswertungen vorgestellt, die jedoch nur den Phänotyp betreffen. Prof. Dr. Herzog referierte anschließend über die „berechenbare polygene Vererbung des Genotyps" aufgrund dieser Bewertungen.

Einführung der Qualitätskontrolle und des FCI Zertifikates.

1981 musste Prof. Dr. Loeffler die Diskussionstagung wegen der vielen Teilnehmer teilen. Ein Teil der Veranstaltung betraf allein die Gutachter. Sie beschlossen u. a., eine Qualitätskontrolle einzuführen. Jeder Gutachter hatte vorerst jährlich 10 für ihn randomisierte HD-Röntgenaufnahmen zu bewerten, um einen Vergleich zwischen den evtl. verschiedenen Ergebnissen zu ermöglichen. Unterschiedliche Auswertungsmaßstäbe sollten diskutiert werden, um diese in Zukunft möglichst zu vermeiden. In der zweiten Runde trafen sich auf 79 limitierten Vertreter der Rassehundezuchtvereine in der 2. „Hohenheimer Kynologischen Tagung", da die große Zahl der Anmeldungen die räumliche Kapazität übertraf.
Am 13.-14.12.1981 fand eine Tagung der „Wissenschaftliche Kommission der FCI" in der Kleintierklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover statt.
Dr. Witteborg stellte am 30.01.1982 die ersten vergleichenden Ergebnisse aller teilnehmenden Gutachter bzgl. seines zur Qualitätskontrolle zusammengestellten „Umlaufes" der Röntgenaufnahmen von Neufundländern zur Diskussion. Die Ergebnisse der Tagung der „Wissenschaftlichen Kommission der FCI" veranlasste am 21.12.1982 die Gutachter zur Übernahme der Vorlage von der FCI. („Hüftgelenkdysplasie – Internationales Zertifikat und Beurteilung von Röntgenaufnahmen"). Parallel fand die 3. „Hohenheimer Kynologische Tagung" statt. Prof. Dr. Loeffler bezog ergänzend Rassehundezuchtvereine außerhalb des VDH ein. Er widersprach damit dessen Vorstellungen, da es im Interesse aller Hunde um einen wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch ohne Berücksichtigung von Verbandsinteressen geht. Prof. Dr. Schleger (A) erweiterte das Wissen durch seinen Vortrag zur Genetik bei Hunden, insbesondere den polygenetischen Vererbungsgang der HD.

Rassespezifische Unterschiede von Hüftgelenken.

1983 wurden die rassespezifischen Eigenheiten von Hüftgelenken von den Gutachtern angesprochen. Sie legten fest, wie nicht zu bewertende Röntgenaufnahmen zu behandeln sind. Auf der 4. „Hohenheimer Kynologischen Tagung" ergänzte Prof. Dr. Wegener die Ausführungen aus dem Vorjahr mit den Ergebnissen seiner Untersuchungen zur Genetik bei Hunden.
1984 diskutierten die Gutachter verschiedene Themen. 101 Teilnehmer der 5. „Hohenheimer Kynologischen Tagung" hörten weitere Ausführungen von Prof. Dr. Bouw (NL) zur Genetik.
Im gleichen Jahr fand ein Treffen der „Wissenschaftliche Kommission der FCI" anlässlich der Tagung der „World Small Animal Association" in Hamburg statt. WILLIS stellte in GB sein aufwendiges und detailliertes Punktesystem aufgrund 9 verschiedener Parameter vor.

Erweiterung der Thematik auf die Fütterung und Information über andere Bereiche.

1985 nahmen 15 Teilnehmer am Symposium der Auswertungszentralen teil. Auf der 6. „Hohenheimer Kynologischen Tagung" erklärte Prof. Dr. Schleger (A) das Wesen des Hundes, Prof. Dr. Meyer erläuterte Grundsätze zur Fütterung von Hunden.
1986 nahmen 20 Teilnehmer am Treffen der Auswertungszentralen teil. Prof. Dr. Geldermann äußerte sich zur Genotypenbestimmung und Frau Dr. Feddersen erweiterte die Erkenntnisse über das Wesen des Hundes auf der 7. „Hohenheimer Kynologischen Tagung".
1987 nahmen 26 Teilnehmer an der Diskussion der Auswertungszentralen teil. Es wurde beschlossen, dass allein das FCI-Schema bindend ist. Prof. Dr. Knaus informierte auf der 8. „Hohenheimer Kynologischen Tagung" über Fragen der Fertilität und Frau Dr. Stur (A) über die Farbvererbung.
1988 beschlossen die Gutachter, dass sich neue Teilnehmer vor der Anerkennung durch den VDH zu qualifizieren haben. Durch die jährlichen Umläufe seit 1981 wurde über Jahre dokumentiert, dass die bisherigen Gutachter qualitativ eine ausreichende Übereinstimmung aufwiesen. Lars Audell (S) trug die Ergebnisse von Untersuchungen auf „Ellenbogendysplasie" bei Nachkommen von Rottweilern vor. Dres. Witteborg und Wurster erläuterten einige Möglichkeiten der Manipulationen durch Hundehalter und Tierärzte auf der 9. „Hohenheimer Kynologischen Tagung". Dr. Beuing berichtete über die Einbindung der EDV in seine Art der Zuchtwertschätzung, Prof. Dr. Leibetseder (A) nahm zur Ernährung von Zuchthündin und Junghunden Stellung.

Wechsel des Tagungsortes.

1989 waren die verfügbaren Plätze im Institut der Teilnehmerzahl nicht mehr gewachsen. Die Tagung wurde in das Tagungszentrum in Fellbach verlegt. In diesem Jahr diskutierten 23 Gutachter. Da die Qualität von Röntgenaufnahmen häufig unzureichend war, wurde beschlossen, als Voraussetzung für eine Begutachtung mindestens die deutliche Darstellung des dorsalen Pfannenrandes zu fordern. Im Hinblick auf Möglichkeiten der Manipulation wurde besonderer Wert auf die Berücksichtigung arthrotischer oder präarthrotischer Veränderungen (Linie nach MORGAN) gelegt. Diese treten röntgenologisch erst in Erscheinung, wenn sie fortgeschritten sind. Die Qualifizierung neuer Gutachter wurde erweitert. Prof. Dr. Wilkens benannte auf Nachfrage nach einer Diskussion die anatomisch korrekten Bezeichnungen von röntgenologisch dargestellten Skelettanteilen. Prof. Dr. Hartung lud daraufhin einschlägig beteiligte Wissenschaftler zu einem Treffen in Berlin ein. Veränderungen der Hüftgelenke wurden formal noch differenzierter aufgelistet. Die anatomisch radiologisch korrekte Dokumentation ermöglichte es, ein Gutachten noch exakter, auch in forensischen Streitfällen für Laien verständlicher wissenschaftlich sachverständig zu begründen. Das britische Bewertungssystem wurde von Australien übernommen (LAVELLE). Parallel fand die 10. „Hohenheimer Kynologische Tagung" statt.
1990 trafen sich 28 Gutachter. Dem Distraktionsindex in Korrelation zur später entwickelten Arthrose mangelt es bis heute an wissenschaftlichen Kontrollen. Das gilt ebenso für das PennHIP - Verfahren nach SMITH. Die Folgen einer frühzeitigen Selektion sind nicht geklärt. Die Vertreter der Rassehundezuchtverbände besuchten die 11. „Hohenheimer Kynologische Tagung" in Fellbach.

Aktualisierung und Erweiterung der wissenschaftlichen Kenntnisse.

1991 wurde die Beschreibung von HD-Graden in der FCI den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Die Gutachter beschlossen, die Bewertung nach dem Schweizer System zusätzlich durchzuführen. Parallel fand die 12. „Hohenheimer Kynologische Tagung" in Fellbach statt. Frau Dr. Eichelberg erläuterte die Spondylose beim Boxer, Frau Dr. Stur (A) erklärte weitere genetische Themen.
1992 wurde das bisherige Monopol der Hochschulen reduziert. Gutachter, die einen lückenlosen Nachweis ihrer Qualifikation seit Beginn erbracht haben, kommen für die Erstellung von Obergutachten infrage. Auf der 13. „Hohenheimer Kynologischen Tagung" in Fellbach referierte Prof. Dr. Weiss über Nierenerkrankungen und Frau Prof. Dr. Günzel-Apel über die korrekte Feststellung des Deckzeitpunktes. Am 13.06.1992 wurde von der Firma VEPRO in Stuttgart eine digitale Bildverarbeitung vorgestellt. Wegen aufwendiger Zeit und mangelnder Speicherkapazität kam sie nicht für alle Gutachter infrage.

Gutachterliche röntgenologische Diagnostik von Ellenbogendysplasie bei Hunden.

1993 beschlossen die Gutachter, ihre Zuständigkeit auf die Auswertung von Röntgenaufnahmen zur Diagnostik der Ellenbogendysplasie zu erweitern. Prof. Dr. Horzinek (NL) klärte die Zuhörer auf der 14. „Hohenheimer Kynologischen Tagung" in Fellbach über immunologische Grundlagen und Fragen der Impfungen beim Hund auf. Dr. Tellhelm veranstaltete die 1. Fortbildung zur ED am 20.06.1993 in Gießen.

Gutachterliche röntgenologische Diagnostik von OCD bei Hunden.

1994 beschlossen 29 Gutachter die Bekämpfung der OCD durch röntgenologische Diagnostik ebenso zu unterstützen wie die Patellaluxation durch klinische Untersuchung. Frau Dr. Eichelberg äußerte sich auf der 15. „Hohenheimer Kynologischen Tagung" in Fellbach zum alten Hund. Frau Dr. Stur (A) fragte nach der Änderung von Zuchtmethoden und Dr. Bienek wies auf Zahnentwicklung und –anomalien hin. Am 19.06.1994 fand zur Weiterbildung das 2. ED Arbeitstreffen in Gießen statt. Am 09.11.1994 wurde der Wunsch auf Änderung der bisher juristisch nicht abgesicherten Form „Hohenheimer Kynologische Tagung" in einen eingetragenen Verein geäußert.

Die Gründung der GRSK e. V. - Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflußter Skeletterkrankungen bei Kleintieren e.V.

Vorbereitung

Am 26.01.1995 wurde dieser Wunsch unter den Gutachtern ausführlich diskutiert. Die Gründe für einen eingetragenen Verein war die Eröffnung der Möglichkeiten, juristisch abgesichert die Mitgliedschaft zu regeln und einen Ansprechpartner für die Rassehundezuchtvereine zu haben. Neue Aufnahmen für Obergutachten sind erst ½ Jahr nach den Erstaufnahmen erlaubt. Ernüchternd waren die Zahlen aus der Schweiz, wo nach 30 Jahren HD Bekämpfung immer noch 42 % der geröntgten Hunde befallen waren. Die Ursachen sind im Zuchteinsatz erkrankter Tiere und dem Fehlen von umfangreichen Nachzuchtkontrollen zu suchen. Anschließend fand die 16. „Hohenheimer Kynologische Tagung" in Fellbach statt.

Gründung der GRSK e.V

Am 07.04.1995 wurde die „Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflußter Skeletterkrankungen bei Kleintieren e. V." gegründet. Eine Einbeziehung des bisherigen Begriffes „Hohenheim" scheiterte am Widerspruch der Universität. Der Modus der jährlichen Tagung wurde nicht verändert. Das Präsidium übernahm 29 Gutachter ohne erneute Qualifizierung nach Satzung aus dem Hohenheimer Kreis in die GRSK. Ihre lange Tätigkeit und fortdauernder Weiterbildung mit jährlichen Qualitätskontrollen erfüllte nach Ansicht des Präsidiums eine fachliche Qualifizierung im Sinne der Satzung. Am 03.11.1995 wurden der Kassenwart und ein Vorsitzender des Zulassungsausschusses gewählt.
Am 26.01.1996 fand die 1. Diskussionstagung der Gutachter in der GRSK e. V. in Fellbach mit 38 Mitgliedern statt. Es schloss sich eine Mitgliederversammlung laut Satzung an, die auch in Zukunft immer getrennt von anderen Themen abgehalten wurde. Die 17. „Kynologische Tagung" in Fellbach fand parallel statt. Im September 1996 standen die Geschäftsordnungen der Mitgliederversammlung, des Präsidiums, des Zulassungsausschusses und die Finanzordnung-Beitragsordnung zur Verfügung.
Die 18. „Kynologische Tagung" in Fellbach wurde am 26.01.1997 durchgeführt. Prof. Dr. Weber referierte über die Leptospirose, Frau Dr. Mihaljevic über Zahngesundheit und Prof. Dr. Bostedt über die Trächtigkeit der Hündin, Geburt und Welpen. Angeschlossen war die 2. Diskussionstagung der Gutachter in Fellbach mit den Themen Patellaluxation und Stand der Untersuchungen über die Ellenbogendysplasie (nachfolgend kurz ED). Dr. Tellhelm wurde satzungsgemäß nach 2 Jahren erneut als 3. Mitglied in das Präsidium gewählt. Im April 1997 wurde ein Fachgespräch zum Erreichen der Qualifikation für die Begutachtung von Röntgenaufnahmen zur Diagnostik der Ellenbogendysplasie durchgeführt. Zugelassen wurden nur Mitglieder der GRSK e. V., die definierte Voraussetzungen erfüllt hatten. Eine Fortbildung über die Ellenbogendysplasie in Bad Langensalza bot dazu den Anlass.

Internationaler Vergleich der diagnostischen Systeme von HD, weitere Themen.

1998 wurde die 3. Diskussionstagung der Gutachter in Fellbach abgehalten. Seit 1995 hatten sich 17 Kollegen erfolgreich den Fachgesprächen gestellt und die Mitgliedschaft in der GRSK erworben. Dr. Gutbrod stellte die „Stressmethode" zur Errechnung des Distraktionsindexes in Anlehnung zu SMITH als weitere Möglichkeit zur röntgenologischen Diagnostik der Hüftgelenksdysplasie zur Diskussion. Prof. Dr. Flückiger (CH) und Univ. Doz. Dr. Koeppel (A) verglichen ihre Arten der Bewertung von einzelnen Merkmalen zur Diagnostik der HD mit den Systemen der FCI, aus GB und den USA. Um die Erkenntnisse der Beteiligten persönlich diskutieren zu können, sollte 1999 Clayton JONES das britische System erläutern. Zum ersten Mal dachte die GRSK e. V. die Einbeziehung nicht Deutsch sprachiger Wissenschaftler in ihre Arbeit an. Dr Schmid führte in der 19. „Kynologischen Tagung" in Fellbach die Ausführungen von Prof. Dr. Bostedt aus 1997 über Welpenerkrankungen und –sterblichkeit fort und Prof. Dr. Herzog referierte über die Genetik wichtiger Skeletterkrankungen.
1999 stellte Clayton JONES (GB) auf der 4. Diskussionstagung der zentralen Auswertungsstellen in Fellbach das britische System vor. Das nach Ansicht der GRSK e. V. wissenschaftlich nicht akzeptable Vorgehen wurde intensiv diskutiert. Bis zu diesem Zeitpunkt summierten die Gutachter in GB einzelne Merkmale beider Hüftgelenke und hälfteten diese. Dies Ergebnis wurde als Gesamtbefund erhoben. Als Ergebnis wichtig und für die Genetik unterschiedlich notwendig wurden später auch in GB die Befunde jedes einzelnen Hüftgelenkes als Grundlage für das Urteil dokumentiert. Der Vergleich des Systems nach FLÜCKIGER (CH) mit dem FCI-System an 1311 Hunden erbrachte eine Übereinstimmung von 74 %. Die schwerer erkrankten Hüftgelenke wurden im Schweizer System besser befundet, die gesunden kritischer beurteilt. Die GRSK e. V. hatte jetzt juristisch die Möglichkeit, u. a. Gutachter bei nicht akzeptablen Unterschieden zum Durchschnitt aller Ergebnisse in der jährlichen Qualitätskontrolle zu überprüfen. Prof. Dr. Loeffler kündigte an, nicht wieder für die Wahl in das Präsidium zur Verfügung zu stehen. Prof. Dr. Hartung wurde an seiner Stelle zum 1. Vorsitzenden gewählt. Wie sein Vorgänger hatte er maßgebend den Hohenheimer Kreis und die GRSK e. V. fortlaufend von Anfang an (13.03.1979) wissenschaftlich mit geprägt. Die Zucht gesunder Tiere und nicht die Reputation stand bei beiden immer im Vordergrund. Um das Fachwissen nicht nur an vorselektierten Röntgenaufnahmen darzustellen, wurde verschärfend eine randomisierte Qualitätskontrolle beschlossen. Parallel fand die 20. „Kynologische Tagung" in Fellbach statt.
Die Mitgliederversammlung am 28.01.2000 beschloss auf der der 5. Diskussionstagung der Gutachter in Fellbach, den Tagungsort von Fellbach nach Dortmund zu verlegen. Die Kosten ließen sich verringern, weil sie dann mit der Tagung der Zuchtleiter des VDH verbunden war. Ebenso wurde das Anlegen einer Datenbank angeregt. Prof. Dr. Schawalder (CH) trug zur Wertigkeit nach MORGAN und der „Medusa" vor, Dr. Beuing erläuterte die Entwicklung seiner Art der Zuchtwertschätzung. Die Teilnehmer der 20. „Kynologischen Tagung" in Fellbach hörten von PD Dr. Mischke einen Beitrag über Gerinnungsstörungen. Frau Dr. Meyer-Lindenberg referierte über Arthroskopie, Dr. v. Bomhard über die Pathologie von Tumoren und Prof. Dr. Srenk (CZE) über die Epilepsie.

Wechsel des offiziellen Tagungsortes.

2001 wurde die 6. Jahrestagung der GRSK e. V. in Dortmund von der „Kynologischen Tagung" in Fellbach getrennt. Prof. Dr. Zentek referierte vor der GRSK e. V. am 02.11.2001 über die Fütterung von Hunden. – Die Initiative "Kynologische Diskussionstagung Fellbach" führte die 23. Kynologische Diskussionstagung (Hohenheimer Kreis) unter dem Mentor Prof. Dr. Loeffler am 27.-28.01.2001 in Fellbach durch. Dres. Schmidt und Schöning trugen zu Verhaltensstörungen vor, Prof. Dr. Bleckmann im Kontext dazu über Sinnesleistungen beim Hund.

Einrichtung einer Datenbank.

Vom 26.-27.01.2002 führte die gleiche Initiative die 24. Kynologische Diskussionstagung (Hohenheimer Kreis) unter dem Mentor Prof. Dr. Loeffler durch. Als Fortführung der Thematik aus dem Jahre 2001 referierte Frau Dr. Schöning über das Wesen des Hundes und Prof. Dr. Krzywanek über die Leistungsphysiologie. Frau Dr. Dietschi (CH) stellte ihre Arbeit über die Zuchtwertschätzung vor, Prof. Dr. Distl leistete einen Beitrag zur Erblichkeit der Taubheit. - Am 31.10.2002 fand die 7. Jahrestagung der GRSK e. V. in Dortmund statt. Zum ersten Mal seit Beschluss der MV stellte Dr. Witteborg seine randomisierte Qualitätskontrolle anhand der Rasse Australian Shepherd vor. Dr. Wurster als Vorsitzenden des Zulassungsausschusses hatte von ihm schon begutachtete Aufnahmen nach dem Zufallsprinzip heraus gesucht. Er brachte sie zur Begutachtung durch alle Mitglieder in einen Umlauf. Für die Digitalisierung von Aufnahmen wurde beschlossen, den Maßstab auf minimal 67,5 % des Originales zu begrenzen, wenn eine vergleichende Skalierung zur Verfügung steht. Die Datenbank hatte Frau Dr. Schleich nach ausgiebiger Diskussion fertiggestellt. Frau Dr. Meyer-Lindenberg wies in einem Beitrag darauf hin, dass die Aussage von CT´S vs. Arthroskopie nicht immer eindeutig sei. Dr. Wurster erklärte die Spondylosen der Wirbelsäule bei Boxer in deren unterschiedlichen Erscheinungsbildern und Graden.
Die Wissenschaftliche Kommission der FCI korrigierte ihre Bewertung der HD dahin, dass der Winkel nach NORBERG trotz seiner hohen Heritabilität nur einen Referenzwert darstellt. Die Linie nach MORGAN wird röntgenologisch als degenerative Verdichtung angesehen. Nur bei minimalster Ausbildung soll sie nicht zur Abwertung um einen vollen Grad berechtigen.

Präsentation auf der Welthundeausstellung.

Die GRSK e. V. präsentierte sich auf Bitte des VDH zusammen mit dem DOK und dem CC auf der Welthundeausstellung in Dortmund.
Am 07.11.2003 fand die 8. Jahrestagung der GRSK e. V. in Dortmund statt. Es wurde bemängelt, dass nur 3 Mitglieder die Datenbank genutzt hatten. Demzufolge konnte keine gültige Aussage über den Nutzen getroffen werden.

Digitale Befundung.

Am 05.-06.11.2004 wurde die 9. Jahrestagung der GRSK e. V. im Hotel Drees in Dortmund durchgeführt. Die MV wählte Frau Dr. Meyer-Lindenberg und Dr. Tellhelm nach Satzung neu in das Präsidium. Auf Bitte des Vorsitzenden im Präsidium, Dr. Tellhelm und dem Leiter des Zulassungsausschusses Dr. Wurster wurde Dr. Witteborg im Zulassungsausschuss zu Fachgesprächen hinzugezogen. Dr. Tellhelm durfte laut Satzung als Mitglied des Präsidiums nicht prüfen, die Leitung durch Dr. Wurster war durch seine Erkrankung nicht immer gewährleistet. Im allgemeinen Teil erläuterte Prof. Dr. Flückiger das „Schweizer Punktesystem", Dr. Ludewig machte auf die technischen Voraussetzungen für einen Monitorbefund digitaler Aufnahmen (ED, HD) aufmerksam. PD Dr. Köppel trug den Entwurf eines Beurteilungsschemas zur HD bei der Katze vor.
2005 fand die 10. Jahrestagung der GRSK e. V. in Dortmund statt.

Molekulargenetik zur Diagnostik der Hüftgelenksdysplasie.

Die 11. Jahrestagung der GRSK e. V. wurde 2006 durchgeführt. Durch den Tod des Kollegen Dr. Wurster am 29.09.2006 wurden Neuwahlen notwendig. Im Schlichtungsausschuss wurde er durch Prof. Dr. Hartung ersetzt. Dr. Witteborg wurde von der MV als Mitglied des Zulassungsausschusses bestätigt. Ihm wurde wie seinem Vorgänger die Organisation angetragen. Um für die Fachgespräche die notwendigen beiden Prüfer gewährleisten zu können, wurden in Ergänzung die Kollegen Dres. Univ. Doz. Henninger, Univ. Doz. Köppel und Tassani-Prell gewählt. Dr Tellhelm berichtete über das HD-Treffen in Kopenhagen auf Veranlassung der FCI. Die Skandinavier schlugen international ein Qualitätssystem für Gutachten vor, das dem der GRSK e. V. ähnlich ist. Prof. Dr. Flückiger (CH) hielt einen Vortrag über die HD bei der Katze. Herr Fraedrich von der Firma VetZ machte die Teilnehmer mit den Möglichkeiten der zentralen Eingabe von Auswertungen in eine professionell gestaltete Datenbank bekannt. Prof. Dr. Distl erläuterte den wissenschaftlichen Stand der molekulargenetischen Untersuchungen in seinem Hause.

Dokumentation der einschlägigen fachlich wissenschaftlichen Eignung.

Auf der 12. Jahrestagung der GRSK e. V. 2007 in Dortmund wurde beschlossen, den Gutachtern einen Stempel zur Verfügung zu stellen. Mit diesem können sie ihre Tätigkeit für die GRSK e. V. dokumentieren. Die Stempel erhielten ein Logo mit dem Hinweis auf die Historie (Hohenheimer Kreis 1979-1995) und eine fortlaufende Nummerierung. Die Nummern werden nach dem Jahr des Eintritts und darin nach Alphabet vergeben. Dr. Patzig stellte einige Ausführungspunkte über die Eingabemaske für HD vor. Dr. Tellhelm zeigte das ED-Untersuchungsprotokoll der IEWG. Skandinavien, Großbritannien, Kanada und die USA bewerten die ED ohne Primärläsionen, also nicht nach den Empfehlungen der "International Elbow Working Group (IEWG)". Prof. Dr. Flückiger (CH) wies in seinem Beitrag auf die Bedeutung der lumbosakralen Übergangswirbel hin und sprach das „Cauda equina Kompressionssyndrom" an.

Einsatz professioneller Informationstechnik.

2008 wurde durch die Firma VetZ eine professionell neu entwickelte Datenbank zum 01.01.2009 auf der 13. Jahrestagung der GRSK e. V. in Dortmund angekündigt. Dazu wurde die Geschäftsordnung durch den neuen § 7 ergänzt, der eine Eingabepflicht in diese Datenbank vorschrieb. Dies betraf unstrittig die Rassehundezuchtvereine, die dem VDH angehören. Prof. Dr. Flückiger (CH) erläuterte das HD-Verfahren nach den Kriterien der FCI. Danach hielt er einen Vortrag über die Typisierung der Übergangswirbel (Klassifikation). Dr. Vezzoni (I) stellte die „Pubic symphysiodesis (PS) in the preventive of canine hip dysplasia" vor.
Auf der 14. Jahrestagung der GRSK e. V. in 2009 wurde das Einhalten des vereinbarten Prozedere angemahnt. Der VDH hatte sich verpflichtet, die GRSK e. V. vor einem angestrebten Wechsel eines Gutachters zu unterrichten. Dr. Wilcken wurde neu in das Präsidium gewählt. Dr. Witteborg stand neben seinen Funktionen als Kassenwart und im Schlichtungsausschuss nicht mehr zusätzlich für die Leitung im Zulassungsausschuss zur Verfügung. Prof. Dr. Flückiger (CH), Dr. Tassani-Prell und Frau Dr. Viefhues wurden neu in den Zulassungsausschuss gewählt, ergänzt durch die Dres. Koch, Univ. Doz. Köppel und Frau Schleich als Vertreter. Die jährlichen Qualitätskontrollen wurden in Form der Umläufe auf die Homepage gestellt, statt wie bisher die Röntgenaufnahmen zu kopieren und auf dem Postweg zu versenden. Dr. Tellhelm hielt einen Vortrag zur ED-Beurteilung und berichtete über die neue Zuchtordnung des VDH.

Ende von Epochen.

Am 04. Mai 2010 verstarb Prof. Dr. Loeffler, unser Initiator zur professionellen Bekämpfung der Hüftgelenksdysplasie bei Hunden. Er vertrat die Diagnostik anhand von Röntgenbildern nach Vorgabe der FCI, sich immer wohl bewusst, dass dies keine fehlerfreie, aber für ein Screening praktikable Form war. Der züchterische Fortschritt über Jahrzehnte aufgrund angewendeter Selektion über den Phänotyp, festgestellt durch dies Verfahren, gab ihm recht. Prof. Dr. Loeffler setzte seine Vorstellungen um, für die Gesundheit der Tiere in Verbindung mit praktiziertem Tierschutz alles ihm Mögliche zu tun. Er erweiterte das anfängliche Thema HD erfolgreich um eine fortlaufend schnelle und wissenschaftlich basierte Fortbildung von Interessierten durch Referenten aus dem In- und Ausland.
Im Oktober verstarb Prof. Dr. Brass. Er hatte maßgeblich international in der FCI und in Deutschland zur Bekämpfung der HD beigetragen. Aufgrund der unerreichten Vielzahl seiner Gutachten wies er die mit weitem Abstand größte Erfahrung weltweit auf.
Die FCI beschloss, in ihrem Bereich gegenseitig alle Gutachten anzuerkennen. Dieser Beschluss wurde auf der 15. Jahrestagung der GRSK e. V. 2010 durch die Gesellschaft erweitert. Sie behält sich vor, diesen Beschluss nur bei Gutachtern zu befolgen, von deren Qualifizierung sie sich überzeugen konnte.
Die turnusmäßig anstehende Nachwahl für das Präsidium gewannen Frau Prof. Dres. Meyer Lindenberg und Tellhelm. Aufgrund der drittgrößten Stimmenzahl wurde Dr. Koch zum Mitglied des erweiterten Vorstandes ernannt. Herr Fraedrich (VetZ) präsentierte ausgewählte Möglichkeiten von Portal und Datenbank. Die CT-Befunde bei röntgenologisch unauffälligen Ellenbogengelenken zeigte Dr. Klumpp. Die auffällige Differenz in den Befunden führte Univ. Doz. Dr. Köppel (A) auf technisch nicht optimal angefertigte Röntgenaufnahmen zurück, die trotzdem begutachtet wurden. Dr. Koch berichtete über das erste Treffen der neu gebildeten Arbeitsgruppe Nord der GRSK e. V. Prof. Dr. Flückiger (CH) referierte über das IEWG-Meeting in Bologna.
Auf der 16. Jahrestagung der GRSK e. V. Anfang November 2011 wurde Frau Dr. Ohlert (CH) neu in den Zulassungsausschuss gewählt. Dr. Koch wurde zum neuen Kassenwart gewählt, da Dr. Witteborg nach 15 Jahren diese Tätigkeit abgab. Univ. Doz. Dr. Köppel (A) fasste die Geschichte über die Linie nach MORGAN (caudolateral curvilinear osteophyte) zusammen. Prof. Dr. Brunnberg erläuterte in seinem Vortrag die Bedeutung des Ligamentum olecrani für die Ellenbogendysplasie.

Wandlung, Vorbild und aktueller internationaler Stand.

Die GRSK e. V. hat sich aus einem Verein nach deutschem Recht zu einer national und international anerkannten Institution mit entsprechend positiver Reputation entwickelt. Nach deren Vorbild haben sich weitere wissenschaftliche Einrichtungen gegründet. Prof. Dr. van Bree (B) hat 2009 in Bratislava eine Fachgruppe gebildet, die zur Aufnahmeprüfung die gleichen Kriterien wie die GRSK e. V. voraussetzt.
Ihre Mitglieder aus z. Zt. Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweiz, Slowakei und Spanien verbreiten den guten Ruf der GRSK e. V.

Für die Gesellschaft

© Dr. Kurt Witteborg
(13.03.1979-2012)